25jähriges Jubiläum 1982

Tour de Provence

von Birgit Feierabend (Jg. 13)

Unsere Rundreise durch die Provence war für uns alle ein einmaliges Erlebnis, und als wir sie nach zehn Tagen wieder verlassen mussten, stellte sich jeder die Frage: Wann fahren wir wieder?

Wohl vorbereitet durch Referate über die Geschichte und Landschaft dieser von den Römern so stark geprägten Gegend, fuhr unsere Gruppe am 28. April 1981 um 7.45 Uhr bei regnerischem Wetter von Düsseldorf ab. Unsere "Einheit" bestand aus 28 Personen: 22 Lise-Meitner-Schülerin_nen, 3 Humboldt-Schülern, Frau Krüger-Brück und Herrn Hanraths, unseren Lehrern - und natürlich unserem Busfahrer Bertold, der uns meisterlich chauffierte - so z. B. durch enge Gässchen in Frankreich, zum großen Entsetzen der Einheimischen.

Nach neunstündiger Fahrt kamen wir in Dijon an, unserer Zwischenstation auf der Hin- und Rückfahrt. Obwohl todmüde, machten wir uns auf, bei einem Bummel durch die Stadt die ersten Eindrücke von ,,la douce France" zu bekommen - es war für viele von uns die erste Begegnung mit diesem Land.

Am nächsten Tag ging es zuerst nach Orange, wo wir auf den Spuren der Römer wandelnd das antike Theater und den Triumphbogen besichtigten, beides eindrucksvolle Zeugnisse der einstigen Bedeutung dieser Stadt, die in der Römerzeit dreimal so viel Einwohner zählte wie heute. -Dann fuhren wir weiter nach Avignon, der Stadt der Päpste -gefangen in einem großartigen Palast inmitten duftiger Gärten - und des "pont d'avignon". Hier bezogen wir in einem Hotel für drei Tage unser Standquartier. Von Avignon machten wir Tagesausflüge, so zum Beispiel nach Les Baux, einer mittelalterlichen Ruinenstadt mit Felsenburg, die nicht nur wegen ihrer schönen Umgebung, sondern auch wegen ihrer engen Gässchen sehr gefiel, durch die einst Troubadoure (französische Minnesänger) hoheitsvoll schritten.

Ein weiteres Ausflugsziel war der Pont du Gard, ein römisches Aquädukt (oberirdische Wasserleitung) in wilder Landschaft. Fast alle wagten, über die in 50 Meter Höhe das Tal des Flusses Gardon umspannende, nur drei Meter breite "Brücke" zu gehen, um so die schwindelerregende technische Leistung der Römer zu würdigen.

Von dort aus ging es nach Nimes, wiederum einer Römerstadt, deren Arena zwar nicht die größte, dafür aber die am besten erhaltene ist. Wir besichtigten ebenfalls das Maison Carree, einen Tempel, der zeigt, wie groß der Einfluss der Griechen auf die römische Kunst war, und gingen im zauberhaften Jardin de la Fontaine spazieren. Von Avignon fuhren wir über den Grand Canyon du Verdon nach Cap d'Ail, unserem nächsten Aufenthaltsort für vier Tage. Der Grand Canyon gilt als einer der schönsten Landschaftsstriche Frankreichs - steile Felswände, in deren Tiefe der grüne Fluss dahinfließt.

Von Cap d'Ail sahen wir uns Nizza, Cannes und Monaco an, drei typische Städte für die Mittelmeerküste Frankreichs: weiße Häuser, Straßencafes, Strand und Palmen. Trotz des ausgefüllten Programms blieb genügend Freizeit, um uns bei sommerlichen Temperaturen am Strand und im Wasser von den - teilweise anstrengenden - Busfahrten zu erholen.

Erholung wurde am Abend fortgesetzt. Bei feuchtfröhlichem Beisammensein - schließlich mussten wir ja auch Landeskunde treiben und französische Weine kennenlernen - und bei abendlichen Spaziergängen wurde mit der Zeit die Atmosphäre gelockerter, wurden die Nächte immer länger. Selbst Spinnen in unseren Zimmern und Würmer im Salat verloren da ihre Schrecken.

Frau Krüger-Brück und Herr Hanraths, der stets mit seiner Filmkamera zur Stelle war, haben viel zum Gelingen unserer Fahrt beigetragen.

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