25jähriges Jubiläum 1982

Fremdsprachen im Beruf

von Heike Dietermann, Abitur 1977

Als ich im Jahre 1977 mein Abitur am Lise-Meitner-Gymna-sium bestand, wusste ich ziemlich genau, was ich nicht wollte, nämlich studieren. Da ich mich aber immer schon sehr für Sprachen interessierte, gab es für mich nur eine Möglichkeit: einen Lehrgang an einem Dolmetscherinstitut zu besuchen. Die Ausbildung in einer beliebigen Sprache dauert eineinhalb Jahre; bis zur Fremdsprachenkorrespondentenprüfung ein halbes Jahr und bis zur Übersetzer- bzw. Dolmetscherprüfung ein Jahr. Ich wählte die Sprachen Englisch und Französisch. Diese Ausbildung hat mir sehr viel Spaß gemacht, zumal ich nicht nur meinen sprachlichen Wortschatz vergrößern, sondern auch etwas mehr Allgmeinbildung erfahren konnte, wovon man als Abiturient selten Ahnung hat. Obwohl ich meine Prüfungen mit 1 bzw. 2 bestand, war es 1979 sehr schwer, eine passende Stelle zu finden. Leider besteht in allen Unternehmen seitens der Personalabteilung der Wunsch, eine(n) junge(n) Mitarbeiterin) einzustellen, (etwa 20-25 Jahre), die (der) schon 10 Jahre Berufserfahrung hat und möglichst wenig Geld verdienen will. Ich habe jedoch das große Los gezogen und arbeite seit fast zweieinhalb Jahren bei einem japanischen Großkonzern. Diese Arbeit ist - bedingt dadurch, dass diese Firma ein Handelshaus ist - sehr vielseitig und wird nie langweilig. Ich habe schon oft Geschäftsreisen in Europa unternommen, entweder mit Gästen oder allein - Voraussetzung allerdings ist, dass man Einsatz zeigt und nicht „beim Gong" das Büro verläßt unter dem Motto „Nach mir die Sintflut". Im vergangenen Dezember habe ich mir für vier Wochen Japan einmal angeschaut; alles hat einen faszinierenden Eindruck auf mich gemacht, und ich würde jedem raten, der wirklich „etwas ganz anderes" sehen und erleben möchte, dort einmal hinzufahren und sich Land und Leute anzuschauen. Wohlgemerkt: es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Japanbild des „normalen" Bürgers und dem Eindruck, den ich von ihm als Arbeitgeber gewonnen habe. Leider steht dies aber nicht zur Debatte, obwohl ich noch seitenlang über Vorzüge bzw. Nachteile Japans berichten könnte.

Zum Schluß möchte ich noch betonen, dass man dennoch ein interessantes Leben, einen befriedigenden Job haben kann, auch wenn man nicht an einer Universität studiert hat.

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